Noch da?

Unser Wohnzimmerboden liegt uns seit fast sieben Monaten in den Ohren, weil er es ohne Teppich ungemütlich findet. Er hat ja Recht. Aber findet mal zwischen Trillionen von Teppichen genau den, der Euch gefällt. Und wenn man sucht, wird das eh nix. Also haben wir beschlossen zu warten, bis uns der Teppich findet. Vor zwei Wochen war es dann soweit. Wir sind Samstagsabends noch durch ein Geschäft gebummelt, das Möbel und Wohnaccessoires aus fernen Ländern hat. Einfach nur gucken. Mein Mann schaut sich gerade etwas an, als ich im Gang um die Ecke biege und IHN sehe! Auf einem Stapel von Teppichen lag er da. Wunderschön, in zarten Farben, aus Baumwolle. Obwohl wir sicher ahnten, dass er sich farblich gar nicht mit unseren Sessel vertragen würde, haben wir ihn gekauft. Er war es! Genau so, wie er sein sollte. UND- er hat auf uns gewartet. Und unsere Ahnung? Die war richtig. Was tun? Die Sessel verkaufen. Fotos gemacht und einen kurzen Text mit allen Maßen, Angaben und dem Preis auf zwei Portalen online gesetzt. Und dann kamen sie. Anfragen. Nee, so kann ich sie nicht nennen. Also- Sätze, die können ja kurz sein. Aber damit man überhaupt von einem Satz sprechen kann, braucht es ein Subjekt, Prädikat und ergänzend ein Objekt. Dachte ich. Hab ich mal so gelernt. Falsch! Es braucht nur zwei Worte, oder manchmal nur ein Wort. Satzzeichen, Anrede oder Begrüßung? Vollkommen überbewertet! Heute- geht das kurz und schmerzlos für den Sender, schmerzvoll für den Empfänger.

noch da | alles zusammen | letzter preis | wie groß | Angebot 100 | kostet

Ich habe trotzdem freundlich und in ganzen Sätzen geantwortet. Aber dann ist mir fast die Hutschnur gerissen und ich habe meine Angaben ergänzt. „Anfragen in ganzen Sätzen, bitte keine Angebote.“ Hätte ich mir sparen können. So wie Größenangaben und alle Informationen. Wird eh nicht gelesen. Von 15 Anfragen, gab es Drei, die höflich und in ganzen Sätzen nachgefragt haben. Und bei Zweien von denen, werden unsere Sessel jetzt wohnen.

Kroskrams

Ich habe Eine. Ihr habt auch eine. Ganz bestimmt. Eine Kramschublade. So ein wunderbares Helferlein, wenn man mal wieder dieses „ich weiß nicht wohin, muss aber aufbewahrt werden“ Ding in der Hand hat. Schublade auf, schnell rein damit, Schublade zu. Man weiß nie so genau, was in den Tiefen alles schlummert. Und eigentlich mag man solche Schubladen nur so lange, bis man sie aufräumen oder ausmisten muss, denn jede Schublade ist irgendwann mal voll. Ich habe letztes Jahr eine alte Kommode für unser Zuhause angepinselt und den Innenraum mit passender Tapete ausgestattet. Ein herrliches Teil- vier Schubladen und rechts und links eine Tür. Ihr könnt Euch denken, was kommt? Richtig. Schnell alles rein, sortiert wird ein andermal, Türen und Schubladen zu und schwupps, alles ordentlich. Äußerlich zumindest. Mittlwerweile habe ich die Schubladen aufgeräumt. Hinter den Türen leben Schuhkartons in denen Sachen 🙂 wohnen, kein Krams. Einer davon, ein sehr großer, beheimatet Karten. Geburtstagskarten, Weihnachtskarten und so Karten eben. Jahrelang habe ich JEDE Karte aufbewahrt. Weil- ist ja  schön, Karten zu bekommen. So richtig handgeschrieben. Also- Karton auf, Karte nehmen und lesen. AHA! …. Wünscht Dir und Deiner Familie… WEG! … ein schönes Fest im Kreise Deiner Lieben… WEG! Oder die mit gedrucktem Spruch vorne drauf und drinnen Herzlichst… WEG!
Nur die Karten, auf denen richtig viele Buchstaben wohnen, die zu netten Sätzen zusammengewachsen sind, dürften bleiben. Und davon gab es nur eine Hand voll.
Wie steht es um Euren Kroskrams?

Alles Apfel, oder was?

Als wir in unsere Wohnung einzogen, war in unserem Garten ein Baumstumpf mit dem Umfang eines kleinen LKW Reifens. Wir haben wir ihn einfach gelassen, wie er ist und uns nicht weiter darum gekümmert. Bis eines Tages aus diesem Baumstumpf ein Apfelbaum wurde. Was habe ich mich gefreut und in Gedanken schon Apfelmus eingekocht. ABER- statt vielen Äpfeln, beherbergte der Apfelbaum Jahr für Jahr eklig klebende Apfelgespinnstmotten. Die weißen, klebenden Gespinste haben irgendwie was von Halloween. Während ein Nachbar irgendwann die Nase voll hatte und im „schicken“ Ganzkörperanzug seinen ebenfalls mit Gespinnstmotten behafteten Apfelbaum abgesägt und entsorgt hat, haben wir die Gespinnstmotten an unserem Apfelbaum einfach gelassen, wo sie waren. Aber nicht, ohne diese elenden Gespinnstmotten wüst zu beschimpfen- also ich jetzt. Diese Plagegeister wollen ja auch leben-von mir aus bitteschön, aber bitte nicht in unserem Apfelbaum. Ich wollte doch endlich Äpfel ernten und lecker Apfelmus daraus machen. Ich liebe nämlich Apfelmus. Das kann ich immer essen.
Ich hatte es schon aufgegeben, jemals viele Äpfel an diesem Baum zu sehen. Bis Juli 2015. Da hing der Baum über und über voller Äpfel. Weiße Klaräpfel. So viele Äpfel, dass ich einen Vollzeitjob im Äpfelschälen draus hätte machen können. So in ungefähr, etwa andeutungsweise jedenfalls. Und was soll ich sagen? Seitdem konnten wir jedes Jahr Mitte bis Ende Juli ganz viele Äpfel ernten und ich Apfelmusvorrat für ein Jahr einkochen. Naja, Apfelgespinnstmotten wohnen auch noch jedes Jahr im Apfelbaum, aber nur ganz Wenige. Sie haben mich anscheinend verstanden. 😉 Ihr bekommt Utas Apfelmus Rezept. Versprochen!

Mein kleines großes Glück

Es ist klein und mein. Das Stubenhockerlädchen. Ich habe richtig nette Kunden. Oft zaubert es ihnen ein Lächeln ins Gesicht, wenn sie hereinkommen. Und wenn ich dann höre „Haaach, ist das schön hier“ oder „Sie sind aber mit Herzblut dabei“, dann weiß ich, dass ich alles richtig gemacht habe und bin einfach nur glücklich.
Aber es gibt auch die „Herumkritteler“.

„Sie sind JA NIE da!“ (Ich stehe im Laden)
„Schönen guten Tag! Ich bin jeden Freitag und Samstag im Lädchen und auch nach Vereinbarung.“
„Wieso öffnen Sie NUR freitags und samstags?“ „Ich arbeite noch in meinem Beruf.“
„Ach sooo, das ist nuuur ein Hobby!“
„Es ist ein ganz wunderbares Hobby und meine Leidenschaft.“
„SIE SIND aber WEEEEIT außerhalb! (ich bin schlappe 6 Minuten von der Innenstadt entfernt)
„Schön, dass Sie sich auf den Weg gemacht haben.“
„Warum haben Sie ihr Geschäft nicht in der Stadt?“
„Die Mieten in der Stadt kann ich mir nicht leisten, und wo in der Stadt gibt es so zauberhafte, kleine Ladenlokale?“

Puhh, das hier ist dann schon eine ganz andere Liga. Tief durchatmen und ruhig bleiben.
„Ich hätte ja nicht gedacht, dass DAS was wird hier!“
„Hier fehlt eine Außenwerbung! Eine Leuchtreklame!“
„Das kann ich nicht so einfach machen und ich bin zufrieden mit der Tafel, die draußen steht.“
„Können S
ie das nicht? Da müssen Sie sich mal Jemanden holen, der das kann!“

Ich habe mal einen schönen Satz gelesen.
Man lebt ruhiger, wenn man nicht alles sagt, was man weiß, nicht alles glaubt, was man hört und über den Rest einfach lächelt.
Ich fühle mich wunderbar wohl da, wo ich bin. In meinem Lädchen mit Werkstatt und meinen allerliebsten Nachbarn, die ebenso kleine, zauberhafte Ladenlokale haben, wie ich.

Foto Pixabay/klimkin

 

Auch ein Kühlschrank braucht mal Deo

Manchmal muss ein würziger Käse mit nach Hause. Ein Brie, der so würzig ist, dass man Schnappatmung bekommt. So unfassbar würzig, dass die Kühlschranktüre sich standhaft weigert, zu schließen, weil sie befürchtet, dass alle Kühlschrankbewohner ohnmächtig werden. Ihr wisst, wovon ich spreche? In solchen Situationen muss man dem Kühlschrank die Arbeitsbedingungen erleichtern, damit er weiterhin seinen Dienst tut. MIT DEO! Ich meine jetzt nicht normales Deo, sondern spezielles Kühlschrankdeo. Und dieses Deo heißt Natron und macht den Kühlschrank müffelfrei. Bei mir wohnt das Kühlschrankdeo in einer roten Pappschachtel mit weißen Punkten. Ihr könnt auch ein kleines Marmeladenglas nehmen und Löcher in den Deckel machen. Nach ein paar Wochen wird es ausgetauscht.

Küchenturbo

Macht ihr gerne die Küche sauber? Nee, nicht „Kölsche Wisch“, sondern so richtig ganz sauber? Alles aus den Küchenschränken ausräumen, auswaschen und Küchenfronten abwaschen. Jetzt mal in echter Erhlichkeit. Diese Küchenschränke- komplett-Putzsache, schiebt man ja sehr gerne vor sich her. Ich habe geschoben. Gebe ich offen zu. Bis die ein oder andere kleine Motte in der Wohnung herumflog und sich in der Küche aufhielt. In meinem Kopf schrillten die Alarmglocken. Das werden doch nicht- das kann gar nicht sein! In meiner Küche wohnen Mehl und Co doch in Gläsern. Was soll ich Euch sagen? SCHAFFT EUCH MEHLMOTTEN AN! Mehlmotten sind sowas von effektiv! Denn sie sorgen zuverlässig dafür, dass ihr ganz schnell mit der Küchenganzkörperpflege beginnt. Fast einen ganzen Sonntag habe ich geputzt. Jeden Schrank ausgeräumt, ausgewaschen. Mit einem Holzstäbchen in jedes Schrankloch gepiekst. Da bauen die Mehlmotten nämlich sehr gerne ihre Nester rein. Ich habe sie gefunden. Im letzten Schrank unter der Spüle. Da, wo der Staubsauger wohnt und in der Etage darüber die Meisenbällchen in einer Dose. Und- ach Du jeeeeee. Aus einer Tüte Haferflocken, die in die Schrankecke gerutscht war, grinsten sie mich an. Mehlmotten. Und in den Schranklöchern für die Regalböden, hatten sie sich auch schon breit gemacht. Die Haferflocken mit ihren grinsenden Mitbewohnern sind entsorgt, die Löcher gesäubert und vorsichtshalber mit Tesaband zugeklebt. Jetzt strahlt meine Küche jetzt blitzblank. Und die Motten? Welche Motten?

Der Vitrinen Schrank

Er stand im Schaufenster eines Ladens. Dicke Farbschichten in dreckig gelb nahmen ihm die Luft zum Atmen, die Blende vom Türschloss baumelte herum. Jemand hatte ihm mit grobem Schleifpapier heftig und schmerzhaft zugesetzt. Ein Fall für die Intensivstation der Werkstatt. „Das ist Shabby Chic, ein wunderbares Stück“, sagte der Verkäufer. „Das ist Folter“, dachte ich. Das Preisschild, das an ihm hing, löste bei mir Schnappatmung aus. Rettung ausgeschlossen. „Halte durch“, flüsterte ich dem Vitrinenschrank zu. „Ich komme wieder“. Vier Wochen später hing im Schaufenster ein Schild. „50% auf Alles“. Nach 3 Tagen auf der Intensivstation der Werkstatt und anschließender Kur, wohnt der Vitrinenschrank jetzt im Stubenhockerhaus und freut sich auf ein neues Zuhause.

.

JETZT BLOGGT SIE AUCH NOCH

„Du hast doch Facebook. Da kannst Du doch auch schreiben.“ „Ja, kann ich, aber da muss ich mich kurz fassen,
liest ja sonst kein Mensch. Und überhaupt- was ist mit Denen, die kein Facebook haben?“ E B E N !

Es gibt so viele so viele Geschichten, die ich zu erzählen habe, Dinge, die mich beschäftigen. Und es gibt meine Stubenhocker. Und JETZT- ist er da! Mein eigener Blog! Endlich kann ich schreiben. Sooft und so viel ich möchte.
Und darauf freue ich mich. Sehr. Außerordentlich sehr sogar.

Bleiben noch zwei Fragen. Du oder Sie? – Mit Kommentarfunktion oder ohne?
Ganz klar- DU. Ich duze Euch. Denn ich möchte, dass wir uns miteinander wohl fühlen.
Und die Kommentarfunktion? Wird eingeschaltet. Auch klar. Euch „kommentarlos“ auszuschließen, kommt nicht in Frage.
Also- haucht meinem Blog Leben ein, lest, kommentiert, tauscht Euch aus.
Ich bin Euch aber nicht böse, wenn ihr „nur“ still lest und keinen Kommentar hinterlasst.